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Osteoporose? Aktiv werden für starke Knochen!

In Deutschland sind 5,2 Millionen Frauen und 1,1 Millionen Männer ab 50 Jahren von einer Osteoporose betroffen.[1] Trotz dieser hohen Anzahl von Erkrankten kennt sich laut einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Deutschen nur ein Drittel mit der Erkrankung aus.[2] Entsprechend hartnäckig halten sich Halbwahrheiten, wie beispielsweise dass Osteoporose eine unvermeidliche Alterserscheinung bei Frauen sei. Dabei betrifft die Erkrankung weder nur Frauen noch ausschließlich ältere Menschen. Bewusstsein für Osteoporose zu schaffen ist wichtig: Denn nur jeder fünfte Betroffene wird angemessen behandelt.[1] Und das, obwohl es viele Möglichkeiten gibt, der Krankheit vorzubeugen und sie zu behandeln.

Osteoporose früh erkennen

Bei einer Osteoporose wird Knochensubstanz abgebaut, die Knochen werden porös und es kann zu schmerzhaften Knochenbrüchen kommen.[3] Die Folgen können sich von Einschränkungen der Lebensqualität und Lebensführung bis hin zur dauerhaften Pflegebedürftigkeit erstrecken. Erste Anzeichen der Osteoporose, wie dumpfe Rückenschmerzen ohne ersichtliche Ursache oder der Verlust an Körpergröße, werden oft nicht ernst genommen. Dabei sollten sie Anlass für einen Arztbesuch sein, um das persönliche Osteoporose-Risiko zu klären.[4] Dies gilt besonders dann, wenn es schon Osteoporosefälle in der Familie gegeben hat. Die Ärztin oder der Arzt erfasst die Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, andere bekannte Krankheiten, regelmäßige Medikamenteneinnahmen und weitere Lebensgewohnheiten.[4] Ist das Osteoporose-Risiko erhöht, ist eine Knochendichtemessung eine Möglichkeit, die Krankheit zu diagnostizieren.[5] Dazu hat sich die Dual-Energy X-ray Absorptiometry, kurz DXA genannt, bewährt. Die Messung ist schmerzfrei, geht mit einer geringen Strahlenbelastung einher und dauert nur circa fünf bis zehn Minuten.[6]

Kalzium, Vitamin D und Bewegung: unverzichtbar für Prävention und Behandlung

Besteht ein erhöhtes Osteoporose-Risiko, tragen die ausreichende Versorgung des Körpers mit Kalzium und Vitamin D sowie regelmäßige Bewegung dazu bei, der Erkrankung vorbeugen. Wurde bereits eine Osteoporose diagnostiziert, bilden die genannten Bausteine zugleich die Basistherapie. Ziel ist es, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen: Kalzium baut die Knochen auf, macht sie hart und stabil. Vitamin D, das vor allem bei Sonneneinwirkung in der Haut gebildet wird, sorgt dafür, dass das Kalzium vom Körper verwertet und in den Knochen eingebaut werden kann.[7] Ein Vitamin-D- oder Kalziummangel begünstigt das Entstehen einer Osteoporose oder kann zur Verschlimmerung der Erkrankung führen.[8, 9]

Bewegung ist ein weiterer wichtiger Eckpfeiler der Therapie. Ein individuell abgestimmtes Bewegungsprogramm stärkt die Knochen und hilft, Knochenbrüche zu vermeiden. Darüber hinaus fördern bestimmte Übungen das Gleichgewicht, was wichtig für die Vermeidung von Stürzen ist.

Selbst aktiv werden: Hier gibt's wertvolle Infos

Das Aktionsbündnis Osteoporose bietet auf der Website www.aktionsbündnis-osteoporose.de Rezepte, Ernährungspläne, animierte Zubereitungstipps und Sportvideos, die dazu beitragen, die Knochen zu stärken und Stürzen vorzubeugen. Expertinnen aus den Bereichen Ernährung, Sport und Medizin erklären leicht verständlich physiologische Zusammenhänge, räumen mit Vorurteilen auf und zeigen, wie sich die Therapie gut in den Alltag einbauen lässt.

Informationen zum Aktionsbündnis Osteoporose, zur Kampagne KNOCHEN.STARK.MACHER. und zur Erkrankung Osteoporose sowie eine Broschüre und viele weitere Download-Materialien finden Sie unter www.aktionsbündnis-osteoporose.de.

Deutscher Hospiztag: Neuer Flyer informiert über Palliative Logopädie

Im Vorfeld des Deutschen Hospiztages am 14. Oktober 2021 macht der Deutsche Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl) auf ein neues Faltblatt aufmerksam: Unter dem Titel "Palliative Logopädie" informiert er Menschen mit lebensbegrenzenden Erkrankungen und ihre Angehörigen darüber, was die Logopädie zu einem teilhabe-orientierten Leben der Betroffenen beitragen kann.

Gerade für Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt ist es wichtig, im Kontakt mit anderen zu bleiben, sich auszutauschen und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen und zu kommunizieren. Doch dies ist oft nicht leicht. Logopädinnen und Logopäden unterstützen deshalb das Verstehen von Sprache, das Sprechen, Schreiben und die nonverbale Kommunikation sowie ggf. den Einsatz von Kommunikationsgeräten mit unterschiedlichen Hilfsmitteln. Auch Atmung und Stimmgebung werden durch verschiedene therapeutische Maßnahmen unterstützt.

Zudem ist die Fähigkeit, mit Genuss und in der Gemeinschaft mit anderen zu essen, für die Lebensqualität von herausragender Bedeutung. Deshalb spielen die nahrungs- und getränkebezogenen Wünsche, Gewohnheiten und Bedürfnisse der Betroffenen eine zentrale Rolle in der palliativ-logopädischen Begleitung.

Hierüber sowie über die Kostenübernahme, einschlägige Selbsthilfeverbände und Fachgesellschaften klärt das neue Faltblatt auf, das vom dbl-Arbeitskreis Palliative Logopädie erstellt wurde. Zudem finden sich darin Literaturtipps für eine weitergehende Beschäftigung mit diesem wichtigen Thema.

Das Faltblatt kann auf der dbl-Website angesehen oder im dbl-Shop unter der Rubrik "Logopädie für Erwachsene - Behandlungsbereiche" bestellt werden: https://bit.ly/dbl-Shop_Logopaedie-fuer-Erwachsene

Barfußlaufen muss gelernt sein

Barfußlaufen liegt im Trend. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die einen wollen den Kontakt zum Boden oder auch zur Natur spüren. Andere glauben, barfuß zu laufen sei gesund. Sogar das Joggen ohne Schuhe findet immer mehr Anhänger. Ist Barfußlaufen uneingeschränkt und für jeden empfehlenswert? Oder gibt es Ratschläge, die insbesondere „Einsteiger“ beachten sollten? „Barfußlaufen stärkt die Muskulatur des Fußes. Aber wie bei jedem Trainingsstart sollten körperliche Einschränkungen abgeklärt und langsam begonnen werden“, sagt Ute Repschläger, Physiotherapeutin und Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Selbstständiger Physiotherapeuten (IFK e. V.).


Der Fuß ist ein komplexes Gebilde

Der Fuß besteht aus 28 Knochen, 33 Gelenken und zahlreichen Muskeln. Die Gelenke sind zuständig für die Dynamik, sorgen aber auch für die Stabilität des Fußes. Alle Teile arbeiten gemeinsam in diesem hochkomplexen System. Nur ein Teil des Fußes bildet mit einigen Fußknochen einen Bodenkontakt. Die anderen Teile werden durch die Muskulatur in einer Bogenform gehalten. Außerdem befindet sich eine Sehnenplatte, die sogenannte Plantaraponeurose beziehungsweise Plantarfaszie, unter dem Fuß. Diese verläuft von dem Fersenbein beginnend v-förmig nach vorne in Richtung der Zehen. Sie sorgt ebenfalls für Stabilität und hat eine abfedernde Wirkung während des (Barfuß-)Laufens.
Ist Barfußlaufen gesund?

Barfußlaufen stärkt die Muskulatur.

Die Füße sind darauf ausgelegt, das Körpergewicht bei jedem Schritt abzufedern. Werden Schuhe getragen, die eine zu starke Unterstützung des Fußgewölbes geben, wird die natürliche Knick- und Senkung des Fußgewölbes unterbunden. Die Fußmuskulatur, die diese Aufgabe eigentlich übernimmt, wird dadurch geschont und geschwächt. Es gibt natürlich Fälle, in denen eine starke Unterstützung wie beispielsweise durch Einlagen erforderlich ist. Diese Menschen sollten auf das Barfußlaufen verzichten. Viele Fehlstellungen der Hüfte oder auch Rückenbeschwerden stehen in Zusammenhang mit den Füßen. Wenn die Füße zu schwach oder unterschiedlich stark muskulär ausgebildet sind, werden unbewusst Ausweichbewegungen gemacht, die zu muskulären Dysbalancen führen können.
Wer barfuß laufen will, sollte langsam anfangen

Um seinen Füßen und dem gesamten Körper etwas Gutes zu tun, ist es daher zeitweise sinnvoll und ein gutes Training, barfuß zu laufen. Aber das muss gelernt werden. Die Füße sollten sich langsam an die neuen Belastungen gewöhnen können. Die Fußmuskulatur benötigt wie jeder andere Muskel auch Zeit, um sich anzupassen. Empfehlenswert ist es daher, am Anfang nur kurze Strecken – am besten auf einem weichen, natürlichen Untergrund (Wiese, Waldboden, Strand) – barfuß zu laufen und mit dem Tragen von Schuhen abzuwechseln. Bei Vorverletzungen gilt besondere Vorsicht. „Nach Fuß- und auch Knieverletzungen wie Bänderrissen sollte zunächst gezielt Muskelaufbau und Propriozeptionstraining, also Stabilitätsübungen und Gleichgewichtstraining auf instabilen Untergründen, bei einem Physiotherapeuten betrieben werden“, rät Ute Repschläger. Der Physiotherapeut erkennt auch angeborene Fehlstellungen, bei denen der Verzicht auf Schuhe nicht sinnvoll ist.

Fit fürs Barfußlaufen?

Wer wissen möchte, ob er fit genug dafür ist, kann mit kleinen Tests seine Füße überprüfen. Und wenn es nicht so ganz reicht, sind schon einfache Übungen (siehe unten) sehr effektiv, um die Muskulatur zu trainieren.
Ist die Achillessehne flexibel genug?

Stellen Sie sich in Schrittstellung mit dem Gesicht zu einer Wand und stützen Sie sich mit beiden Händen mit gestreckten Armen an der Wand ab. Das vordere Bein ist leicht gebeugt, das hintere Bein ist gestreckt. Versuchen Sie, mit der hinteren Ferse den Boden zu berühren. Je weiter Sie das Bein nach hinten stellen, desto schwieriger wird es sein, die Ferse flach auf den Boden zu platzieren. Gleiches gilt, wenn Sie bei der Durchführung der Übung das hintere Bein im Knie leicht beugen und dabei ebenfalls nicht mit der Ferse den Boden berühren können. Den Test sollten Sie für beide Beine durchführen.

Trainingstipps für die Achillessehne

Diese Testungen können ebenfalls als Dehnübung durchgeführt werden. Nehmen Sie die vorher beschriebene Ausgangsstellung ein. Sie drücken bei dem hinteren Bein die Ferse in Richtung Boden und sollten dabei eine Dehnung in Ihrer Wade spüren. Diese Übung führen Sie sowohl mit geradem als auch mit leicht gebeugtem Knie durch. Diese Dehnungen sollten Sie für jedes Bein für jeweils 30 bis 60 Sekunden halten und pro Seite drei- bis fünfmal wiederholen.

Alternative Übung: Stellen Sie sich dazu mit beiden Vorfüßen auf eine Treppenstufe. Zur Unterstützung am Treppengeländer festhalten. Ein Fuß begibt sich nun in den Zehenspitzenstand, bevor die Ferse langsam in Richtung der unteren Treppenstufe bewegt wird. Achten Sie darauf, dass das Bein gestreckt bleibt. Nun wird diese Position etwa 30 bis 60 Sekunden gehalten, danach folgt der Wechsel auf das andere Bein. Es kann durchaus zehn bis zwölf Wochen dauern, bis sich die Elastizität Ihrer Sehnen verbessert.

Tipps für die Plantarsehne

Wer bei der Überprüfung der Achillessehne nicht gut abgeschnitten hat, sollte sich auch die Plantarsehne vornehmen, da die vermutlich auch etwas Training benötigt. Die Plantarsehne ist einerseits sehr kräftig und wirkungsstark, andererseits lässt sie sich nur schwer dehnen. Man kann jedoch versuchen, Verkrampfungen oder Verdickungen zu lösen, um ihre Flexibilität zu steigern. Legen Sie dazu im Sitzen ein Bein über das andere, das Fußgelenk ruht auf dem Knie des anderen Beins. Die Plantarsehne verbindet Ferse und Vorfußballen, Sie können die kräftige Sehne gut ertasten und Verhärtungen spüren. Drücken Sie darauf und bewegen Sie dabei die Zehen. Praktizieren Sie das Ganze pro Fuß jeweils zwei Minuten täglich, dreimal in der Woche, bis Sie eine Besserung spüren.
Bewegliche Zehen sind wichtig

Können Sie den großen Zeh einzeln bewegen? Pressen Sie im Stehen Ihren großen Zeh auf den Boden, während Sie die anderen Zehen leicht anheben. Das Fußgelenk sollte allerdings nicht nach innen oder außen gedreht werden. Achten Sie darauf, dass Ihre Großzehe dabei gestreckt bleibt und nicht krallt. Wenn Sie die Großzehe einzeln bewegen können, lässt sich die Balance besser halten.

Trainingstipps für die Beweglichkeit der Zehen

Die Zehenbeweglichkeit kann auch trainiert werden. Heben Sie abwechselnd nur die Großzehe oder die anderen Zehen vom Boden ab. Dies können Sie mehrmals am Tag üben, natürlich am besten ohne Schuhe. Da es hier um das Training der Koordination geht und nicht um die Kraft, werden Sie schnell Verbesserungen bemerken – normalerweise innerhalb von ein paar Tagen bis zu zwei Wochen.

Wer das kleine Trainingsprogramm absolviert hat, wird feststellen: Barfuß zu laufen tut der Seele gut und kann unter den genannten Bedingungen auch gesund sein. „Wer die von Physiotherapeuten empfohlenen Übungen macht, hat auf jeden Fall was für die Fußgesundheit getan“, betont die erfahrene Physiotherapeutin Ute Repschläger. „Wer unsicher ist, sollte allerdings besser der Rat des Physiotherapeuten einholen.“

Verletzungen und Überlastungen an der Hand

Unsere Hände und vor allem die Finger sind zum Greifen gemacht. Im Alltag halten sie viele Bewegungen aus, ohne dass es je zu Überlastungen kommt. Anders sieht es im Klettersport aus. Der boomende Sport fordert die Aktiven zu immer kniffligeren Aktionen heraus. Epiphysenverletzungen, Ringbandverletzungen und Knotenbildungen in der Hohlhand können zum Beispiel die Folge sein.

In Deutschland entstehen immer mehr Kletterhallen. Längst ist der Klettersport nicht mehr an bestimmte Fels-Regionen gebunden. Und längst sind nicht mehr alle Sportler ausreichend trainiert, ehe es an bestimmten Abschnitten an den Wänden hoch hinaus geht.

Unter den Athleten der 10- bis 16-Jährigen, die sehr schnell sehr schwere Routen klettern, können Belastungen an den Wachstumsfugen der Finger entstehen. „Die Wachstumsfugen an den Fingergelenken werden, abhängig von den Klettergriffen und der Greif- und Klettertechnik, in Mitleidenschaft gezogen. Manchmal ist es sogar ein Bruch des Knochens“, erklärt Dr. med. Uwe Flötgen, Leitender Arzt der Sportorthopädie an der Klinik für Orthopädie des Heinrich-Braun-Klinikums Zwickau.

Schmerzen beim Festhalten und ein entsprechender Druckschmerz geben Hinweise. Je nach Verdacht erfolgt die weitere Diagnostik mittels Röntgen und/oder MRT. Liegen schwerwiegende Schäden vor, hilft nur noch eine Operation. Bei Epiphysenfugen-Verletzungen kann es zum Fehlwachstum des Fingers und zu vorzeitigem Gelenkverschleiß kommen.

Bei Kletterern, die viel an 1 oder 2 Fingerlöchern oder kleinen Leisten als Haltegriffe trainieren, können durch Belastungszüge an nur einem Finger ein oder mehrere Ringbänder reißen, welche die Beugesehnen halten müssen, so Flötgen. Hier erfolgt die Diagnostik per Ultraschall. Die Spannbreite der Therapie geht von einem Tape oder thermoplastischen Ring bis hin zur OP, wenn mehrere Ringbänder betroffen sind. Wird diese Verletzung nicht behandelt kann es zum „Bowstring-Phänomen“ kommen, bei dem die Sehne vom Knochen weggeht.

Weiterhin können Überlastungen zu Knotenbildungen und Verhärtungen in der Hohlhand führen. Der „Morbus Dupuytren“ ist meist bei 50 bis 60Jährigen anzutreffen. Doch bei Kletterern kann das schon Mitte 20 beginnen. Mikroverletzungen sorgen für eine Erkrankung der Hohlhandfaszie, einer straffen Bindegewebsschicht. Die Finger sind immer schwerer oder gar nicht mehr zu strecken, dazu kommen tastbare, teils schmerzhafte Knoten. Hierbei sind überwiegend Männer betroffen. In frühen Stadien sollte auf keinen Fall operiert werden. Per Nadelfasziotomie (Fibrosenperforation) werden die Dupuytren-Stränge so weit eingekerbt, bis sie gestreckt und zerrissen werden können. Alternativ kann aber die Injektion von Kollagenasen erfolgen. Enzyme lösen dabei das Kollagen auf.



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